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Kriterien für Transformationsprojekte hin zu einer besseren Gesellschaft

Diese Aussagen, wie auch die Aussagen in den meisten anderen Texten, sind das Ergebnis der Besprechungen in unserer AG Visionen. Sie entstammen nicht wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

  • Menschen sind auf der Suche nach einer besseren Gesellschaft oder auch nur der Verbesserung des Lebens. Dazu werden verschiedene Projekte verwirklicht oder zumindest in Angriff genommen. Gesucht sind Kriterien dafür, ob diese Projekte wirklich zu einer Verbesserung beitragen.
    • Sicher gibt es keine feste Liste, mit der ein einzelnes Projekt abschließend bewertet werden kann. Deshalb sollen hier nur Ansatzpunkte genannt werden. Die Bewertung muss im Einzelfall erfolgen.
    • Ein einzelnes Projekt kann unterschiedlich genutzt werden. Deshalb müssen die Projekte im Zusammenhang betrachtet werden. Dies erschwert zusätzlich die Bewertung von Einzelprojekten.
    • Wichtig ist aber auf jeden Fall, ob sich die Projekte als Transformationsprojekte hin zu einer besseren Gesellschaft eignen. Sonst sind damit keine grundsätzlichen Verbesserungen möglich.
  • Entscheidend ist die Überwindung der Warengesellschaft (siehe Preise und Lohnarbeit). In einer Warengesellschaft wird produziert, um zu verkaufen und nicht, um Bedürfnisse zu befriedigen. Die Warengesellschaft hat nicht das Ziel der Bedürfnisbefriedigung. Damit fallen die Warenproduktion und die Bedürfnisbefriedigung nicht zusammen. Teilweise werden trotzdem vorhandene Bedürfnisse befriedigt, sofern sie mit einer kaufkräftigen Nachfrage verbunden sind. Teilweise werden auch in der Warengesellschaft künstliche Bedürfnisse erzeugt, die dann befriedigt werden. Insofern führt eine Warengesellschaft nicht zu einer vollständigen Bedürfnisbefriedigung. Stattdessen wird viel Unnützes oder Schädliches produziert, weil es sich verkaufen lässt. Somit müssen die Transformationsprojekte geeignet sein, die Warengesellschaft überwinden zu helfen.
  1. Zuerst ist es notwendig, dass die Menschen genug Ressourcen für ein menschenwürdiges Leben haben. Dies kann in Form eines existenzsichernden bedingungslosen Grundeinkommens gewährleistet sein. Aber auch andere Formen sind denkbar. So können immer mehr lebensnotwendige Bereiche (z.B. öffentliche Dienstleistungen, wie Bildung, Transport, Gesundheit, Wasser usw.) kostenlos angeboten werden. Wenn Menschen nicht ausreichend zum Leben haben, müssen sie ihren Lebensunterhalt durch Erwerbsarbeit sichern. Damit dienen sie der Warengesellschaft und stabilisieren sie.
  2. Wenn die Menschen genug zum Leben haben, können sie sich in Projekten engagieren, in denen die Prinzipien der Warengesellschaft (Tausch in einem festen Tauschverhältnis und nicht nach Bedürfnis) nicht gelten. So können in den entsprechenden Teilbereichen über die Warengesellschaft hinausgehende Möglichkeiten geschaffen werden. Diese Möglichkeiten können zumindest in Teilbereichen zeigen, dass die Warengesellschaft nicht notwendig ist und sich überwinden lässt.
    1. Beispiele sind bestimmte Pflege-, Bildungs- und Wohnprojekte.
    2. Grundlage ist ein freiwilliges Engagement. Dies schließt eine gewisse Verlässlichkeit mit ein. Diese Verlässlichkeit wird dadurch begünstigt, dass die Menschen ihr Projekt für wichtig halten. Deshalb unterstützen sie es nicht nur nach Tageslaune.
    3. Probleme kann es jedoch dort geben, wenn der Bedarf wesentlich größer als die Möglichkeiten ist. Dies kann zur Überforderung führen. So können Projekte eingehen.
    4. Außerdem kann Freiwilligkeit auch durch ein von außen bestimmtes Pflichtgefühl verursacht werden. Dies ist häufig bei der Pflege von Angehörigen und teilweise beim organisierten Ehrenamt der Fall. Wenn die Tätigkeit aber vollkommen selbstbestimmt ist, ist dies seltener der Fall.
    5. Bei selbstbestimmter Tätigkeit kann auch nach der optimalen Form gesucht werden. Im Pflegebereich können so Formen genutzt werden, die die Eigenaktivität der zu Pflegenden maximal nutzen. Dies vermindert den Aufwand. Damit sinkt auch die Gefahr der Überforderung.
    6. Zusätzlich zur Existenzsicherung für die beteiligten Personen sind auch ausreichende Ressourcen für die Projekte notwendig. Dies umfasst z.B. technische Hilfsmittel, Gebäude und Transportmöglichkeiten.
    7. Solche Projekte helfen, die Bedürfnisse der Menschen zu befriedigen, ohne dass sie dafür auf die Warengesellschaft angewiesen sind. Wenn diese Projekte ausgebaut und vernetzt werden, kann die Warengesellschaft allmählich zurückgedrängt werden.
  3. Damit die Menschen in solchen Projekten mitarbeiten oder sie anstoßen können, benötigen sie entsprechendes Wissen. Dieses muss ihnen zur Verfügung gestellt werden.
    1. Damit das alle nutzen können, muss das Wissen kostenlos sein. Daraus folgt die Ablehnung von Studiengebühren usw. Jede Person soll sich solange kostenlos bilden können, wie sie will.
    2. Weiterhin muss das Wissen allen Personen zur Verfügung gestellt werden. Die Wissensvermittlung darf nicht an formalen Abschlüssen gekoppelt sein. Wenn den Personen die Grundlagen fehlen, werden sie dies selbst merken und sich um den Erwerb der Grundlagen bemühen. Außerdem wird so die Trennung zwischen Studierenden / Studierten und anderen Personen aufgehoben.
    3. Schließlich muss das Wissen geeignet sein, in den entsprechenden Projekten mitzuarbeiten und die Warengesellschaft zu überwinden. Bildung allein zu dem Zweck, optimal in der Warengesellschaft verwertbar zu sein, ist damit ausgeschlossen. Dies unterscheidet diesen Bildungsbegriff von dem der Neoliberalen. Dort geht es allein um die Förderung des Humankapitals, des Wirtschaftsstandortes Deutschland und der optimalen wirtschaftlichen Verwertbarkeit. Es geht also um ein reines Kosten-Nutzen-Denken. Dies widerspricht unseren Zielen.
  4. Wie erwähnt, sind Einzelprojekte auch im Sinne der Warengesellschaft nutzbar. Sie können dann als für die Warengesellschaft kostenloser Reparaturbetrieb für die Probleme der Warengesellschaft dienen. Damit wird die Warengesellschaft stabilisiert. Aus diesem Grund ist eine enge Zusammenarbeit der verschiedenen Projekte notwendig. Die Projekte müssen somit entsprechend angelegt sein.
  5. Solche Projekte stören die Herrschenden. Deshalb werden sie Widerstand dagegen leisten. Um somit die genannten Kriterien erfüllen zu können, müssen die gesellschaftlichen Machtverhältnisse entsprechend sein. Dies ist nur mit Auseinandersetzungen mit den Mächtigen möglich.

Ergänzungen vom 3.4.2008

  1. Relativ einfach ist die innere Beziehung innerhalb der Projekte. Dort kann der Austausch entsprechend der Bedürfnisse erfolgen. Schwieriger sind die Außenbeziehungen.
    1. Es gibt die Möglichkeit, die Außenbeziehungen möglichst gering zu halten. Dies erfordert eine weitestgehende Selbstversorgung oder eine gegenseitige Versorgung von Projekten, die die Warengesellschaft überwinden wollen. Allerdings führt das häufig dazu, dass die Massenwirksamkeit dieser Projekte gering ist. Durch die wenigen Außenbeziehungen erfahren nur wenige andere Menschen dies als lebbare Möglichkeit.
    2. Andere Projekte gestalten ihre Außenbeziehungen größtenteils als Warenbeziehungen. Sie kaufen benötigte Produkte und Dienstleistungen auf dem Warenmarkt und bieten ihre Erzeugnisse und Tätigkeiten zum Verkauf an. Dann besteht allerdings die Gefahr, dass sie sich danach richten müssen, was sich gut verkaufen lässt. Dies wirkt auch auf die inneren Beziehungen.
    3. Es ist aber auch möglich, vielfältige soziale Beziehungen und möglichst wenig Warenbeziehungen mit dem Umfeld aufzubauen. So kann eine gegenseitige Hilfe erfolgen. Überschüssige Produkte werden nach außen abgegeben, Dienstleistungen werden auch Außenstehenden ohne direkte Gegenleistung angeboten. Dafür stellen die Außenstehenden dem Projekt benötigte Dinge und Dienste zur Verfügung. Warenbeziehungen sind dann nur für die Bereiche notwendig, die notwenig, aber anderweitig nicht verfügbar sind. Das erfordert aber größere Anstrengungen und eine längere Zeit zum Aufbau dieser sozialen Beziehungen.
  2. Ist eine Gesellschaftsänderung erforderlich oder reichen die kleinen Projekte und deren Vernetzung aus?
    • Es gibt mächtige Gruppen, die das gegenwärtige System erhalten wollen. Diese werden die Möglichkeiten dieser Projekte erkennen. Wenn sie systemgefährdend sind, werden sie diese Projekte bekämpfen. Um die Projekte zu erhalten, ist somit Widerstand notwendig. Um die Projekte dauerhaft zu sichern, ist deshalb eine Gesellschaftsveränderung erforderlich. Somit muss die Machtfrage gestellt werden.

Uwe
Haftungs Ausschluss.

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