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Diskussion: Selbstbestimmtes Leben für alle: Wie kann es erreicht werden? (11.10.2019)

Diese Aussagen, wie auch die Aussagen in den meisten anderen Texten, sind das Ergebnis der Besprechungen in unserer AG Visionen. Sie entstammen nicht wissenschaftlichen Veröffentlichungen.

Ankündigungstext

Selbstbestimmung ist heutzutage für viele sehr wichtig. Umstritten ist aber, was darunter zu verstehen ist. So wird versucht, dass Menschen "ganz selbstbestimmt" möglichst leistungsfähig, vollkommen und flexibel sind. In der Werbung wird "Freiheit" und "Selbstbestimmung" dazu genutzt, Menschen dazu zu bringen, bestimmte Waren zu kaufen. Oder sie sollen erst einmal etwas leisten, um dann frei und selbstbestimmt leben zu können. So wird von oben versucht, die Lebensweise vorzugeben, ohne dass viele das merken, weil sie die Vorgaben verinnerlicht haben. Selbst die Menschenrechte und das "Selbstbestimmungsrecht der Völker" wird genutzt, um andere Menschen und Länder zu unterwerfen.
Wir versuchen dagegen, ein gleichermaßen selbstbestimmtes Leben für alle durchzusetzen. Dazu gehört auch die Beachtung der Menschenrechte für alle gleichermaßen. Somit funktioniert eigene Selbstbestimmung nur, wenn auch die Selbstbestimmung der anderen geachtet wird. Es geht um gegenseitige Unterstützung, dass sich benachteiligte Gruppen gemeinsam gegen ihre Benachteiligung wehren, sie dabei von bisher bevorzugten Gruppen solidarisch unterstützt werden und dadurch alle wirklich freier werden. Es geht also um Transkulturalität und Inklusion. Das heißt, Menschen werden nicht auf bestimmte Merkmale reduziert, sondern sie werden als Kombination und Wechselspiel verschiedener Merkmale akzeptiert. Sie müssen sich also nicht nach bestimmten Vorgaben verhalten. Stattdessen suchen sie gemeinsam, wie ein glückliches Leben funktionieren kann, in das alle ihre Stärken einbringen können und Schwächen nicht zu Benachteiligungen führen. Daraus ergibt sich automatisch, dass die eigene Selbstbestimmung nicht die Selbstbestimmung der anderen Personen einschränken darf und umgekehrt.
Daneben können auch die zuerst genannten verschiedenen anderen Ansätze von "Selbstbestimmung" angesprochen und diskutiert werden. So kann festgestellt werden, wann sie für wen hilfreich sind und wo diese ihre Grenzen haben.

Uwe

Diskussion am 11.10.2019

Inklusion: Alle können entsprechend ihrer Bedürfnisse leben und werden entsprechend einbezogen, auch in der Schule und bei notwendiger Betreuung:
  • Es ist notwendig, dass dafür die notwendigen Ressourcen, einschließlich entsprechenden Personals, vorhanden sind. Aber in Pflegeeinrichtungen fehlt dies häufig. Auch bei der Betreuung zu Hause und in Schulen ist dies häufig nicht vorhanden. Das hängt damit zusammen, dass nicht genug Geld dafür aufgewendet wird. Das Personal wird schlecht bezahlt. Die Arbeitsbedingungen sind häufig schlecht und damit überlastend. Häufig stehen auch nicht genug Stellen für die vorhandenen Aufgaben zur Verfügung. Um Kosten zu sparen, werden zumindest im Pflegebereich ausländische Fachkräfte angeworben, die entsprechend schlecht bezahlt werden. Das ist aber keine Lösung. Sie fehlen dann in den Herkunftsländern.
  • Wenn die notwendigen Ressourcen, einschließlich entsprechenden Personals, nicht vorhanden sind, sinkt die Qualität. Dadurch sinkt auch die Zustimmung dafür.
  • Inklusion in der Schule wird häufig auf Personen bezogen, die besonders behindert werden, umgangssprachlich: die behindert sind. Aber viele Personen, die behindert werden, haben auch besondere Stärken. Diese können sie aber häufig nicht ausleben. Sie entsprechen nicht den Normen. Wenn sie sie aber ausleben können, würden auch andere davon Vorteile haben. Das gilt genauso für Menschen mit anderer Herkunft, einschließlich derjenigen, die nicht Deutsch als Muttersprache haben. Sie haben andere Sprachkenntnisse und teilweise auch andere Kenntnisse. Auch sie können bereichernd sein. Überhaupt sind alle Menschen unterschiedlich, aber gleichwertig. Wenn alle ihre Stärken ausleben könnten und sich dabei gegenseitig unterstützen können, hätten alle etwas davon. Das wäre ein wesentlicher Schritt zu einem selbstbestimmten Leben für alle.
  • Das gilt analog für andere gesellschaftliche Bereiche, z.B. Erwerbsarbeit / sinnvolle Tätigkeiten (siehe unten).
  • Dass die notwendigen Ressourcen nicht vorhanden sind, liegt daran, dass im kapitalistischen System nicht die Bedürfnisbefriedigung das Ziel ist, sondern die Profiterwirtschaftung. Deshalb werden für die Bedürfnisbefriedigung nicht genug Mittel zur Verfügung gestellt. Teilweise, z.B. im Pflegebereich, werden dann noch ein Teil der Mittel für die Profite der Betreiber*innen abgezweigt. Somit stehen für die notwendigen Bedürfnisse noch weniger Ressourcen zur Verfügung. Auch das spricht dafür, dass ein selbstbestimmtes Leben für alle mit dem Kapitalismus unvereinbar ist. Somit muss der Kapitalismus überwunden werden, um ein selbstbestimmtes Leben für alle zu erreichen.
Was ist zu der Behauptung zu sagen, die Menschen wären von Natur aus egoistisch, wären nur auf ihren Vorteil bedacht und somit würde die Selbstbestimmung für die einen die Selbstbestimmung für andere einschränken?
  • In Familien und Freund*innenkreisen gibt es häufig schon jetzt im kapitalistischen System eine gegenseitige Unterstützung, ohne eine Gegenleistung zu erwarten oder gar zu verlangen. Dort geht es um persönliche Verbundenheit. Außerdem verstärkt dies die Bindung und macht glücklich. Egoistisches Verhalten, sowohl bei den Unterstützungsleistenden als auch bei den -empfangenden zerstört dagegen die Bindung und macht unglücklich. Das ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass der Mensch von Natur aus ein soziales Wesen ist, er zwar zu Egoismus fähig ist, dies aber nicht der natürliche Zustand ist. Das gilt übrigens auch für viele Tiere.
  • Hinzu kommt noch, dass auch im großen Maßstab die profit-, einkommens- und karriereorientierten Menschen häufig unglücklich sind. Das zeigt sich u.a. daran, dass sie immer mehr haben wollen, also ein typisches Suchtverhalten aufweisen. Wenn sie mit den Folgen ihrer Handlungen konfrontiert werden, verdrängen oder leugnen sie dies häufig. Sie behaupten, sie würden positiv für die Gesellschaft handeln. Auch dies weist auf eine psychische Störung hin. Einige ändern ihr Leben radikal (grundsätzlich), wenn sie die Folgen wahrnehmen. Andere tun so, als würden sie gemeinnützig handeln, gründen z.B. Stiftungen. Da Stiftungen aber profitorientiert sind, sie dürfen nur die Erträge des Kapitals ausgeben, sind sie nicht im Interesse der Allgemeinheit.
  • Jahrhunderttausende lebten die Menschen auch in Gesellschaften, die auf gegenseitige Unterstützung angewiesen waren. Diese Unterstützung wurde auch durch entsprechende Regelungen abgesichert. Teilweise gibt es diese noch heute.
  • Alles zusammen zeigt, dass Egoismus, die Orientierung allein am eigenen Vorteil, eher eine psychische Störung ist. Diese ist aber gesellschaftlich bedingt. Somit hilft es nichts, die egoistischen Personen zu belehren oder zu bestrafen. Die gesellschaftlichen Verhältnisse müssen so geändert werden, dass solidarisches Verhalten gefördert wird und Egoismus nicht belohnt wird. Auch dies zeigt die Notwendigkeit der Überwindung des Kapitalismus, um ein selbstbestimmtes Leben für alle zu erreichen.
  • Zu einem selbstbestimmten Leben für alle gehört auch die Befriedigung der Bedürfnisse nach sinnvollen Tätigkeiten und sozialen Beziehungen. Dies spricht somit dafür, dass die Selbstbestimmung für die einen die Selbstbestimmung für andere eher fördert. Voraussetzung dafür ist aber nicht nur, dass keine Angst vorhanden ist, die eigene Selbstbestimmung, einschließlich der dafür notwendigen Ressourcen, zu verlieren, sondern auch, dass die Unterstützungsempfangenden selbst entscheiden können, welche Unterstützung sie haben wollen.
  • Somit funktioniert ein selbstbestimmtes Leben nur für Einzelpersonen nicht. Auch dies spricht für ein selbstbestimmtes Leben für alle.
Ist ein selbstbestimmtes Leben nur durch Rückzug aus der Gesellschaft möglich? Führt das Leben in der Gesellschaft nicht automatisch zu einer Einschränkung der Selbstbestimmung?
  • Wie erwähnt, Menschen sind soziale Wesen. Ganz allein könnten sie überhaupt nicht menschenwürdig leben. Was funktionieren könnte, wäre der Rückzug einer Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, aus der übrigen Gesellschaft. Das geht aber auch nur, wenn sie die dafür nötigen Ressourcen hätten. Bei der gegenwärtigen Anzahl von Menschen ist dies somit keine Lösung für alle Menschen, sondern nur für einzelne. Diese können als Vorbild dienen, wie ein Zusammenleben möglich wäre. Aber es muss auch auf die Gesamtgesellschaft übertragen werden.
  • Das Zusammenleben in einer Gesellschaft, auch in einer Gruppe, erfordert natürlich eine gegenseitige Rücksichtnahme. Wie oben begründet, fördert dies aber das selbstbestimmte Leben für alle und schränkt es nicht ein.
  • Allerdings haben sich im Laufe der Zeit aus dieser gegenseitigen Rücksichtnahme an manchen Stellen auch Mechanismen zur Sicherung der Herrschaft entwickelt. Menschen nehmen Rücksicht auf die Herrschenden und setzen sich nicht für eine gleichberechtigte Verteilung von Macht ein. Die Bekämpfung von Herrschaft kann als egoistisches Verhalten verleumdet werden. Herrschaft kann aber dazu genutzt werden, anderen Personen Vorschriften zu machen, die ihre Bedürfnisse einschränken. Häufig wird diese Herrschaft auch dafür genutzt. Herrschaft verführt zur Ausnutzung. Das führt tatsächlich zu einer Einschränkung der Selbstbestimmung. Allerdings können dann auch die Herrschenden kein selbstbestimmtes Leben mehr führen. Sie müssen ihre Herrschaft sichern. Somit stehen auch sie unter Zwang.
  • Somit erfordert ein selbstbestimmtes Leben für alle den Abbau von Herrschaft, von Machtungleichgewichten, und damit den Aufbau einer gleichberechtigten solidarischen Gesellschaft. Auch dies spricht gegen den Kapitalismus.
Um die Ressourcen für ein selbstbestimmtes Leben zu erhalten, ist häufig Erwerbsarbeit notwendig.
  • Das gilt nur für den Kapitalismus. In anderen Gesellschaften dienen Tätigkeiten eher der gegenseitigen Bedürfnisbefriedigung oder entstehen aus persönlichen Abhängigkeitsverhältnissen (z.B. Sklaverei, Leibeigenschaft). Dagegen basiert der Kapitalismus auf Tätigkeiten zur Einkommenserwirtschaftung.
  • Allerdings gibt es auch im Kapitalismus viele Tätigkeiten, die nicht der Einkommenserwirtschaftung dienen. Dazu gehören der unbezahlte Teil der Reproduktionsarbeit (z.B. Kinderbetreuung / -erziehung, Pflege, Haushalt usw.), unbezahlte gesellschaftlich nützliche Tätigkeiten (z.B. in Vereinen, Initiativen, Teilnahme an Kundgebungen und Demonstrationen für eine bessere Gesellschaft, viele ehrenamtliche Tätigkeiten), gegenseitige unentgeltliche Hilfeleistungen, gemeinsame Freizeitgestaltung, einschließlich der Pflege sozialer Kontakte. Einerseits kann der Kapitalismus ohne diese Tätigkeiten nicht auskommen, weil er nicht alles bezahlen kann. Andererseits wird versucht, viele dieser Bereiche der Kapitalverwertungslogik zu unterwerfen, um neue Profitquellen zu erschließen. Auch dies spricht gegen den Kapitalismus.
  • Umstritten ist, ob diese Tätigkeiten als Arbeit bezeichnet werden können. In früheren Gesellschaften wurden sie klar nicht als Arbeit bezeichnet. Sie als Arbeit zu bezeichnen, kann als Versuch gesehen werden, sie der kapitalistischen Verwertungslogik zu unterwerfen und entsprechend zu bezahlen. Andererseits ist in der kapitalistischen Gesellschaft die Arbeit positiv bewertet, nicht so positiv wie das Kapital, aber besser als unbezahlte Tätigkeiten, die rein aus Freude betrieben werden. Der gesellschaftliche Nutzen ist aber meist umgekehrt: Unbezahlte Tätigkeiten sind häufig sinnvoller und bedürfnisorientierter als bezahlte, z.B. in der Rüstungsindustrie, während das Kapital und seine Verwertungs- / Vermehrungslogik schädlich ist. Deshalb ist es verständlich, dass nützliche Tätigkeiten als Arbeit bezeichnet werden, um sie aufzuwerten, selbst wenn das die kapitalistische Arbeitsethik eher stärkt (siehe "Die protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" von Max Weber).
  • Auf jeden Fall sollte nicht von Arbeitslosigkeit und Arbeitslosen, eher von Erwerbslosigkeit und Erwerbslosen gesprochen werden. Viele Erwerbslose sind durchaus sehr aktiv. Ihnen fehlt eher ein ausreichendes Einkommen.
  • Wegen der kapitalistischen Verwertungslogik und weil diese Erwerbsarbeit erfordert (zumindest bisher und auf absehbarer Zeit), wird versucht, den Menschen diese möglichst schmackhaft zu machen, selbst wenn diese gesellschaftlich schädlich ist und das selbstbestimmte Leben einschränkt. Das führt dazu, dass viele Menschen ihr Tätigkeitsbedürfnis und ihr Bedürfnis nach sozialen Kontakten auf die Erwerbsarbeit richten. Das betrifft zwar bei weitem nicht alle Menschen. Aber mehr als genug Menschen definieren sich über ihre Erwerbsarbeit oder werden über sie definiert. Die Frage: "Was machst Du so?" bezieht sich meist auf die Erwerbsarbeit, nicht auf gesellschaftlich nützliche Tätigkeit. Und zur Charakterisierung einer Person werden häufig neben Alter, Geschlecht und Herkunft auch der erlernte Beruf / die ausgeübte Erwerbsarbeit verwendet, obwohl diese Kategorien über eine Person meist nicht viel aussagen.
Wenn Menschen ihre Selbstbestimmung aus ihrer Erwerbsarbeit beziehen, wie gehen sie damit um, wenn sie diese verlieren (Erwerbslosigkeit, Rente)?
  • Personen, die sich über die Erwerbsarbeit definieren, haben ein großes Problem, wenn diese verloren geht. Bei Erwerbslosigkeit versuchen sie, möglichst schnell eine neue zu finden. Dabei sind sie auch zu Abstrichen, nicht nur bei ihrer Selbstbestimmung, bereit. Wenn selbst das nicht erfolgreich ist, fallen sie häufig in eine Entmutigung. Sie geben sich auf. Dann sind sie häufig nicht nur zu einer Erwerbsarbeit, sondern auch zu einem selbstbestimmten Leben nicht fähig.
  • Aber selbst in ihrer Erwerbsarbeit waren sie nicht selbstbestimmt, selbst wenn sie es so sahen. Sie wollten die Anforderungen erfüllen, sei es die ausdrücklich von außen kommenden oder die verinnerlichten. Auch hier wirken die Mechanismen, die weiter oben bei Herrschaft und in Herrschaftsmethoden und Widerstandsformen beschrieben wurden.
  • Personen, die während ihrer Erwerbstätigkeit auch sonst vielfältig aktiv waren, haben dagegen weniger Probleme, mit ihrer Erwerbslosigkeit umzugehen, sofern sie die dafür notwendigen Ressourcen haben. So habe ich nach meiner Tätigkeit an der TU in 4 Monaten Arbeitslosengeldbezug weitestgehend das Gleiche gemacht wie vorher. Es war selbstbestimmt und interessengeleitet. Natürlich war dazu erforderlich, dass ich mir keine Gedanken um meinen Lebensunterhalt machen musste und freien Zugang zu den entsprechenden Rechnern und anderen Möglichkeiten hatte. Und auch der Druck, eine neue Stelle zu suchen, hielt sich in Grenzen. So konnte ich ein weitestgehend selbstbestimmtes Leben führen, sofern dies in einer kapitalistischen Gesellschaft überhaupt möglich ist.
  • Damit dies auch anderen Menschen möglich ist, müssen ihre Existenz gesichert sein und der Zugang zu den notwendigen Ressourcen für eine sinnvolle Tätigkeit vorhanden sein. Ein existenzsicherndes bedingungsloses Grundeinkommen (siehe Grundsicherung, Kriterien für ein Grundeinkommen und Argumentation zum bedingungslosen Grundeinkommen) wäre dabei nützlich. Das muss kein monetäres Grundeinkommen sein. Dieses würde noch in der Geldlogik bleiben. Es kann auch nichtmonetär geleistet werden: "Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen." Da die Bedürfnisse unterschiedlich, aber ähnlich sind, geht es auch nicht um feste Zuweisung von Gegenständen (Zuteilung, Marken), sondern um Bedürfnisbefriedigung (siehe die "Grundanforderungen an eine wünschenswerte Gesellschaft", die "Vorstellungen einer Gesellschaft, in denen alle ihrem Wesen gemäß leben können" und älter: "Umgang mit begrenzten Ressourcen")
Welche Ansätze gibt es schon heutzutage für ein selbstbestimmtes Leben für alle?
  • Die gegenseitige Unterstützung in Familien und Freund*innenkreisen wurde schon erwähnt. Auch kleine Hilfen und Freundlichkeit selbst gegenüber fremden Personen werden häufig erlebt. Hinzu kommen noch die erwähnten Gruppen, die versuchen, dies schon jetzt zu verwirklichen und die Vorbild für die Gesamtgesellschaft sein können. Dass der Kapitalismus überwunden werden muss, um ein selbstbestimmtes Leben für alle zu erreichen, wurde ebenfalls nachgewiesen.
  • Daraus ergibt sich, dass in (mindestens) 4 Bereichen Veränderungen notwendig sind. Diese können nicht nacheinander erfolgen. Dann würden Fortschritte in den einen Bereichen durch die Einschränkungen in den anderen behindert und gefährdet. Das kann bis zur Zerstörung der Fortschritte führen. Umgekehrt unterstützen sich Fortschritte in den 4 Bereichen gegenseitig. Außerdem ist das sowieso ein längerfristiger Prozess. Wir können somit in Teilbereichen anfangen, ohne auf andere warten zu müssen. Wir sollten nur nicht die anderen Teilbereiche aus den Augen verlieren oder grundsätzlich vernachlässigen. Die 4 Bereiche sind (Reihenfolge ist keine Rangfolge):
    1. Änderung der eigenen Denk- und Verhaltensweise in Richtung Rücksicht, Solidarität und Selbstbestimmung
    2. Bildung und Förderung entsprechender sich gegenseitig unterstützender Gruppen in allen möglichen Bereichen, um dies leben zu können
    3. Schaffung der entsprechenden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen, insbesondere in Wirtschaft und Politik, damit das nicht gleich wieder zerschlagen wird
    4. entsprechende Änderung der Beziehungen zwischen Menschen und Menschengruppen, um dies zu fördern
  • Tatsächlich gibt es in all diesen Bereichen viele Ansätze, die deutlich über den Kapitalismus hinausweisen. Das betrifft viele, die auf Bedürfnisbefriedigung und nicht auf Einkommenserwirtschaftung aus sind (z.B. soziale Zentren, Mietshäusersyndikat, Lebensmittelrettung, freie Software, Schutz von Ökosystemen usw.). Für entsprechende Änderungen in Wirtschafts- und politischem System setzen sich viele Menschen ein. Und auch im persönlichen Umgang erlebe ich viele entsprechende positive Beispiele.
Ein selbstbestimmtes Leben für alle ist somit möglich. Es gibt schon viele Aktivitäten in diese Richtung. Und es wurden viele Ansätze genannt, wie ein selbstbestimmtes Leben für alle erreicht werden kann.

Uwe
Haftungs Ausschluss.

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